Lernforscherin warnt vor frühen Fremdsprachenkursen
Elsbeth Stern: Lieber spielen, vorlesen und singen
17.10.2007 (bikl) Die Zürcher Lernforscherin Prof. Elsbeth Stern hat vor allzu frühen Fremdsprachenkursen für Kinder gewarnt. Angesichts der immer zahlreicher werdenden Angebote von Frühförderkursen auch für Kleinkinder riet Stern im Deutschlandradio stattdessen den Eltern, das Geld lieber für spätere Studiengebühren zu sparen und stattdessen mit den Kindern Sinnvolles zu tun.
Wichtig: Gemeinsam mit anderen Kindern spielen und Erfahrungen sammeln. - Bild: bikl
Fremdsprachenkurse für kleine Kinder, sagte sie, das wäre so, als wenn deutschsprachige Erwachsene eine ganze Woche im Chinesichen Parlament sitzen müssten, um sich dort Reden in einer unbekannten Sprache anzuhören. "Menschen mögen es nicht, wenn Informationen auf sie einprasseln, die sie noch nicht verarbeiten können".
Stern wandte sich ganz entschieden gegen Sprachkurse für Kleinkinder: "Es ist kompletter Nonsens, wenn man erwartet, dass Kinder dadurch einen Vorsprung im Englischen haben." Die geringen Ergebnisse könne man für einen Bruchteil des Geldes und mit weniger Aufwand dadurch erreichen, dass sich Eltern sinnvoll mit den Kindern beschäftigten.
Als Beispiele nannte Stern Spielen mit Gleichaltrigen, Vorlesen von Geschichten und gemeinsames Singen. "Bei all diesen Dingen verbessern Kinder ihre Sprach- und Kommunikationsfähigkeit, und das sind wirklich sinnvolle Lernumgebungen."
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